Ölpreis im Sinkflug – Dollarkurs im Steigflug

Der Verfall des Ölpreises hält an

Von 108 US-Dollar pro Barrel Öl im Januar 2014 auf ca. 60 US-Dollar pro Fass zum Jahresende 2014. Das bedeutet ein Minus von 43 Prozent und ist von großem Vorteil für Verbraucher – an der Tankstelle wie beim Tanken von Heizöl. Niedrigere Energiepreise kommen auch zeitversetzt beim Gaspreis an – die Kaufkraft steigt.

Inzwischen hat die deutsche Industrie Wege gefunden, den Energieverbrauch zu senken und damit die Produktionskosten zu verringern.

Hinzu kommt, dass die USA erfolgreich sind mit der Förderung von Schiefergas im Fracking-Verfahren. Dadurch ist das Angebot von Öl und Gas auf dem Weltmarkt gestiegen.

Und schließlich kann sich das Ölpreiskartell OPEC bislang nicht auf eine mögliche Reduzierung der Ölförderung einigen – also gibt es keinerlei Angebotsknappheit nach Öl und Gas.

Namhafte Ökonomen rechnen mit einem Wachstumsimpuls in Europa von 0,5 %-Punkten durch den Energiepreisverfall und von etwa 0,25 %-Punkten durch den erstarkten Dollarkurs. Der US-Dollar ist innerhalb von 12 Monaten um ca. 11 % gegenüber dem Euro gestiegen.

Die Folge dieser Kurserholung des Dollar werden niedrigere Preise für Waren und Dienstleistungen aus dem Euro-Raum sein. Vom hohen Dollar-Kurs profitieren europäische / deutsche Exportfirmen, weil diese Produkte preisgünstiger auf dem Weltmarkt angeboten werden können.

Aber natürlich kann der niedrige Ölpreis auch zu politischen Instabilitäten in den Öl-/Gasförderländern führen. Russland ist hier ein Extrembeispiel. Der Rubel befindet sich seit einiger Zeit im Sinkflug gegenüber dem Dollar. Die russische Notenbank hat im Jahr 2014 insgesamt über 80 Mrd. Dollar zur Stützung des Rubel ausgegeben. Der Wertverlust des Rubel ließ die russische Inflationsrate auf 10,4 % ansteigen.

Aber auch für viele andere Schwellenländer wird der teure US-Dollar mittlerweile zum existenziellen Nachteil: Eine Rückzahlung ihrer hohen Dollar-Schulden fällt aktuell immer schwerer…

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