Fairtrade-Jubiläum

Das bekannteste Nachhaltigkeitssiegel Fairtrade feiert 25-jähriges Bestehen. Zum Jubiläum präsentiert Transfair in Deutschland Verkaufszahlen von zertifizierten Produkten von über 1 Milliarde Euro im Jahr 2016. Der faire Handel soll Erzeugern einen Mindestpreis für ihre Produkte und damit verlässliche Einkommen garantieren. Zudem sollen in der Produktion internationale Umwelt- und Sozialstandards eingehalten werden. Ende 2016 profitierten vom Fairtrade-Handel 1,66 Millionen Kleinbauernfamilien und Beschäftigte in 75 Ländern.

52 % aller Fairtrade-Produzenten sind gleichzeitig Bio-zertifiziert.

Für die Verbraucher ist aber inzwischen die Vielzahl von Siegeln eher verwirrend. Klar ist aber, dass nur bei Fairtrade-Produkten deren Produzenten unabhängig vom Weltmarktpreis einen garantierten Mindestpreis für ihre Rohstoffe erhalten.

Pro Kopf und Jahr geben Verbraucher in Deutschland nur etwa 13 Euro aus, während dieser Betrag in England und Österreich erheblich höher liegt. Die Schweiz ist Spitzenreiter mit etwa 60 Euro pro Kopf und Jahr. Transfair ist damit in Deutschland auch 25 Jahre nach Einführung immer noch „Stiefkind“.

So ist es trotz aller Bemühungen bislang nicht gelungen, die Produktpalette von Lebensmitteln, Spielzeug, Blumen – nun auch auf Textilien auszudehnen.

Transfair stellte 2016 einen neuen Standard für fair produzierte Textilien vor, der für die gesamte Lieferkette von der Baumwolle bis zu den Nähereien in Asien reichen sollte. Bisher bietet aber noch kein Hersteller ein Produkt mit diesem Siegel an. Zu schwierig sei es für die Hersteller, für jeden Produktionsschritt die Nachhaltigkeit zu garantieren. Staaten wie Indien, Bangladesch und Sri Lanka waren lange Zeit super billige Textil-Produktionsstandorte. Aktuell zeigt sich aber, dass die Branche in neue Niedriglohnländer wie Äthiopien, Haiti, Kambodscha und Myanmar weiter gezogen ist.

Der Preiskampf geht weiter – und dem Verbraucher kommt eine wichtige Rolle zu bei der Nachfrage nach zertifizierten Textilien.

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