Handelshemmnisse

Höhere Zölle und Einfuhrsteuern waren die Handelshemmnisse von Gestern. Moderne Handelshemmnisse bestehen dagegen immer häufiger aus speziellen Sicherheitsanforderungen und lokalen Zertifizierungen, meist sogar sehr kurzfristig eingeführt.

Die deutsche Wirtschaft fordert deshalb lt. einer Umfrage unter 2.000 Exportunternehmen des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) mehr Freihandel und Deregulierung. Die Hürden für mehr und einfacheren Welthandel nehmen demnach deutlich zu. So beklagen etwa die Hälfte der befragten Unternehmen verstärkte Herkunftsnachweise für Produkte – die Herstellung und die Lieferwege betreffend. Dies seien erhebliche Belastungen für den Warenaustausch, gerade wegen der zunehmend instabiler werdenden Sicherheitslage in vielen Regionen, vor allem in Ost- und Südeuropa sowie in Russland, wo die bestehenden gegenseitigen Sanktionen zu erheblichen Schwierigkeiten führen.

Immerhin 44 Prozent der Exportunterhemen klagen über Handelshemmnisse mit China; 29 Prozent mit den USA. 2015 nahmen die Ausfuhren um ein Fünftel zu und stiegen auf 114 Mrd. Euro. Wichtigster Handelspartner für die USA sind inzwischen die Franzosen, VOR den deutschen Unternehmen. Vor diesem Hintergrund überrascht es nicht, dass fast 90 Prozent der befragten Unternehmen auf TTIP setzen, von dem sie sich eine Vereinfachung der Handelsregeln zwischen den USA und Europa erhoffen.

Die USA haben sich zu einem der wichtigsten Handelspartner für Europa entwickelt; Sorge bereitet den deutschen Unternehmen aber das verhaltene Wirtschaftswachstum in China und seit neuestem auch Brasilien, das in einer tiefen Rezession steckt, verbunden mit politischer Instabilität.

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