Billigfleisch aus EU zerstört afrikanische Märkte

Das Problem ist nicht neu, wird aber immer drängender: Hoch subventionierte Geflügel-
Fleischexporte vor allem aus Europa zerschlagen die ohnehin fragilen Märkte in Afrika. Andererseits betont die deutsche Bundesregierung immer wieder, sie wolle die lokale Produktion und Wertschöpfung in Afrika stärken. Bundesentwicklungsminister Müller betont immer wieder, dass unfairer Handel wie dieser verhindert werden müsste, obwohl auch DEU weiter zu den Billigfleischexporteuren gehört. Welch ein Widerspruch!

Hier ein paar Zahlen:

  • Etwa 90.000 to Fleisch werden nach Angaben des International Trade Centres (ITC) in Benin angeboten. Davon kamen 76 % aus der EU.
  • Nach Togo lieferte die EU etwa 80 % des konsumierten Geflügelfleisches.
  • In Ghana waren es immerhin ca. 32 % und nach Südafrika wurden über 45 % des konsumierten Hähnchenfleisches aus der EU importiert.
  • Südafrika ist im Übrigen der größte Absatzmarkt für Geflügelfleisch. Allein Deutschland exportiert dorthin jährlich bis zu 50.000 to.
  • Die Importe erfolgen zu Dumpingpreisen von 70 bis 90 Cent pro Kilo. In DEU kosten diese Geflügelteile etwa 2,50 Euro.

Eigentlich erlauben die WTO-Handelsregeln solche Exporte zu Dumpingpreise nicht; sie geben in diesen Fällen die Möglichkeit, Einfuhr-Strafzölle zu erheben. Südafrika versucht auch, dementsprechend zu handeln, was aber kaum möglich ist. Seit 2016 gilt ein Wirtschaftspartnerschaftsabkommen zwischen der EU und dem südlichen Afrika. Dieses Abkommen macht das Erheben von hohen Zöllen auf Fleischimporte zumindest schwierig.
Deutschland und die EU müssen ihre Handelspolitik dringend korrigieren und fair gestalten, damit tatsächlich lokale Märkte in ärmeren Ländern entstehen und wachsen können.

Politisch müssen zudem Wunsch und Wirklichkeit übereinstimmen.

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