Kriegskinder

Die Vereinten Nationen (UNICEF) veröffentlichen aktuell alarmierende Zahlen: Etwa 250 Millionen Mädchen und Jungen sind im vergangenen Jahr weltweit in Kriegs- und Krisengebieten aufgewachsen.

Man muss sich vorstellen, dass diese Kinder Friedenszeiten gar nicht kennen. Häufig wurden sie entführt, vergewaltigt, verstümmelt, getötet. Sie mussten mit ansehen, wie engste Verwandte vor ihren Augen verletzt oder getötet wurden. Ihnen fehlt das Nötigste zum Leben. Schulbildung fehlt dort, wo Waffen sprechen.

Häufig genug werden Kinder an Waffen ausgebildet, damit sie ihrerseits morden. Hass und Gewalt prägen ihren Alltag über viele Jahre.

Was uns alle beunruhigen sollte ist die Frage, wie zukünftige Gesellschaften z.B. in Syrien, dem Irak oder Sudan aussehen, wenn ganze Generationen nie gelernt haben, was Frieden bedeutet.

UNICEF fordert allein für Syrien und die Nachbarländer Investitionen von einer Milliarde Dollar für Bildung, Kinderschutz und Friedensförderung.

Dabei sollte klar sein, dass Geld allein diese gewaltigen Probleme nicht lösen wird. Diese traumatisierten Kinder – und später Erwachsenen – haben aktuell kaum Lebensperspektiven, ohne Bildung und mit der Unkenntnis, dass man Konflikte auch friedlich lösen kann. Experten haben festgestellt, dass in etwa der Hälfte aller bewaffneten Konflikte innerhalb von fünf Jahren nach deren Ende erneut Gewalt ausbricht.

Die Folgen sind: politische Instabilität, Zunahme des Terrorismus und immer größer werdende Flüchtlingsströme, vor allem in Richtung Europa.

Die Weltgemeinschaft muss sich dringend engagieren, nicht nur für das Überleben dieser Kriegskinder, sondern auch für deren körperliche, seelische Gesundheit und Bildung. Konfliktbewältigung und Konfliktprävention sind zudem zu leisten, und zwar auf dem Verhandlungsweg, parallel zur Stärkung einer nachhaltigen Wirtschaftsentwicklung, die Ausbildung und Arbeitsplätze und damit Zukunftsperspektiven schafft.

Share

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *