Heer der Hoffnungslosen

Gerade aus Nordafrika kommen derzeit viele Migranten. Sie fliehen vor Armut und Arbeitslosigkeit; sind frustriert wegen fehlender Freiheiten und Reformen. Dieses Heer der Hoffnungslosen finden wir vor allem in Algerien.

Mehr als 70 Prozent der 40 Mio. Algerier sind jünger als 30 Jahre. Offiziell liegt die Jugendarbeitslosigkeit bei 25 Prozent; real dürfte sie aber deutlich höher sein.

Inzwischen leben mehr als ein Drittel der algerischen Familien unterhalb der Armutsgrenze. Das müsste nicht so sein, denn Algerien verfügt über die größten Erdgasvorräte Afrikas. Man darf also getrost annehmen, dass der Reichtum aus diesem Bodenschatz lediglich die „upper class“ erreicht – aber nicht beim Volk ankommt. Die Migrationswelle von Algeriern kommt der Regierung nicht ungelegen, denn sie dient als soziales Ventil der Unzufriedenen.

Zudem halten sich viele algerische Familien finanziell über Wasser, aufgrund der Überweisungen von Angehörigen, die in Europa Arbeit gefunden haben. Deshalb ist das Interesse der algerischen Regierung äußerst gering, dem Anliegen der deutschen Bundesregierung zu entsprechen, die algerischen Landsleute zurück zu nehmen, weil diese keine Aussicht auf Asyl haben.

Wenn es am Ende doch zu einem wie auch immer gearteten Agreement kommen sollte, dürfte dies teuer erkauft sein. Ob es aber tatsächlich hilft, die Zuwanderung nach Deutschland / Europa zu begrenzen, ist äußerst zweifelhaft.

Share

Leave a Reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *