Ruanda – das Singapur Afrikas

Der afrikanische Staat Ruanda war lange Zeit Inbegriff für Grausamkeit und Völkermord. Heute ist dieses geschundene Land auf dem besten Weg ein regelrechter Musterstaat zu werden. Manche sprechen bereits vom „Singapur Afrikas“. Wie kann das sein?

Dies ist eine Erfolgsgeschichte, die in Zeiten von Krieg, Terror und millionenfachem Flüchtlingselend unbedingt erzählt werden muss. Als Lehrstück für die künftige Entwicklungspolitik in Deutschland, Europa und weltweit.

Zur Erinnerung:
Der Genozid in Ruanda war die Zuspitzung von Jahrzehnten schwelender Spannungen zwischen den Hutu und Tutsi. Die Tutsi machten nur etwa 10 % der Gesamtbevölkerung aus. Sie waren die wohlhabende Oberschicht, die über die Hutu-Landbevölkerung herrschte.

Kolonialmächte waren zunächst die Deutschen und gleich nach dem Ersten Weltkrieg die Belgier. Die Kolonialherren schrieben die jeweilige Volkszugehörigkeit der ruandischen Bevölkerung in deren Pässen fest. Diese „Klassifizierung“ in der Kolonialzeit gilt als eigentliche Ursache für das später folgende Massaker. Binnen einhundert Tagen töteten die Anhänger der Hutu-Bevölkerung etwa 75 Prozent der Tutsi Minderheit – insgesamt etwa eine Million Menschen. Der damalige Präsident Juvenal Hayarimana wurde ebenfalls ermordet. Etwa 3,8 Millionen Menschen waren auf der Flucht.

Der Völkermord passierte vor den Augen der Weltbevölkerung – ohne dass die Vereinten Nationen reagiert hätten…

Dieses Massaker ist nun 22 Jahre her und betrifft noch heute viele Familien, deren Angehörige Opfer oder auch Täter waren. Es ist wie ein Wunder, dass die ca. 300.000 überlebenden Opfer inzwischen friedlich mit der großen Zahl der Täter leben. Mehr noch, aus dem armen, von Hass und Gewalt gebeutelten Land ist heute ein sauberes, sicheres, wirtschaftlich aufstrebendes Land geworden – ein Vorzeigestaat!

Der Erfolg dieses Landes basiert offenbar in erster Linie auf Vertrauen in die demokratisch gewählte Regierung und mehrheitlich das Gefühl, dass Gerechtigkeit herrscht. Den jeweiligen Grad der Zustimmung in der Bevölkerung stellt die Nationale Kommission für Einheit und Gerechtigkeit fest. Diese Einrichtung hat die staatlich verordnete Aufarbeitung des Völkermordes und die Versöhnung zum Auftrag. Im jährlich veröffentlichten „Ruandischen Versöhnungsbarometer“ wird die Stimmung in der Bevölkerung dokumentiert.

Staatspräsident Paul Kagame wird im Land als starke und beliebte Führungsperson wahrgenommen. Im Ausland ist Kagame aber umstritten .

Tatsache ist allerdings, dass Ruanda die meisten weiblichen Abgeordneten im Parlament – weltweit – hat und in puncto Sauberkeit und Umweltschutz top ist.
Das Wirtschaftswachtum liegt bei sieben Prozent, Korruption scheint es kaum zu geben (lt. Transparency International).

60 Prozent der Ruander sind unter 26 Jahren alt. Für sie sind Schulbildung (es herrscht Schulpflicht) und duale Ausbildung für künftige Jobs besonders wichtig.

Investitionen werden von Präsident Kagame erfolgreich angeworben. Die jungen Leute finden Zukunftsperspektiven in ihrem eigenen Land und sehen keinen Grund, aus ihrem Land zu flüchten.

Ruanda ist kein Entwicklungsland mehr! Gibt es eine bessere Nachricht?

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