Klima-Vertrag erfordert „Koalition der Verlässlichen“

Ob die UN-Klimakonferenz in Paris als Erfolg im Sinne eines effektiven, weltweiten Klimaschutzes verbucht werden kann, wird sich erst im Nachhinein erweisen. Dann nämlich, wenn aus der „Koalition der Ehrgeizigen“ (US-Außenminister Kerry) eine „Koalition der Verlässlichen“ wird.

Werden die selbstgesteckten Ziele der Industrieländer zur Begrenzung des Klimawandels auch tatsächlich eingehalten und vor allem die eingegangenen finanziellen Verpflichtungen erfüllt? Der Nachweis steht aus! Zudem ist das Klima-Abkommen auch als Lackmustest für die Umsetzung der erst im September verabschiedeten Agenda 2030 zu werten. Der Klimaschutz ist darin ein zentraler Bestandteil. Verhandelt und aufgeschrieben wurde genug. Jetzt geht es um Taten!

Ab 2020 sollen den Entwicklungsländern jährlich min. 100 Mrd. US-Dollar zur Verfügung stehen, zur Anpassung und Milderung der Auswirkungen des Klimawandels. Es wird sich zeigen, ob die Industrieländer nicht doch versuchen werden, einen Teil dieser Gelder aus dem Green Climate Fund (GCF) für eigene Klimaschutzprogramme zu nutzen. Auch deshalb sind eng getaktete Überprüfungsmechanismen so wichtig.

Auch wenn sich nun die öffentliche Aufmerksamkeit wieder anderen Themen zuwenden wird, schreitet der Klimawandel weiter voran. Sturmfluten, Dürren, Trinkwasserknappheit werden zu einer dramatischen Verschärfung der Flüchtlingsproblematik führen – mit weltweiten Auswirkungen. Konsequentes, verlässliches Handeln ist deshalb auch in jedem Fall im Sinne der Industrieländer- und Schwellenländer.

Gezielte Investitionen – private wie öffentliche – z.B. in Aufforstung, Infrastruktur, Technologie-Transfer, sind absolut sinnvoll. Weltweit verursacht allein der Energiesektor etwa 35 % aller CO2-Emissionen. Dabei haben etwa 1,2 Mrd. Menschen noch gar keinen Zugang zu Elektrizität. Hier gibt es eine große Versorgungsnachfrage und damit auch ein enormes Effizienzpotential, das dringend genutzt werden sollte.

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