Fachkräfte-Migration aus Entwicklungsländern

In den Industrieländern wächst der Bedarf an qualifizierten Zuwanderern, die letztlich auch entscheidend sind für die Sicherung unseres Wohlstandes. Doch diese Zuwanderung muss Chancen und Risiken für beide Seiten im Blick haben. In Deutschland werden nach anerkannten Schätzungen bereits bis zum Jahr 2025 etwa 6,5 Millionen Fachkräfte auf dem Arbeitsmarkt fehlen, wenn sich an den aktuellen Rahmenbedingungen nichts ändert. Ein Teil der benötigten Fachkräfte wird wohl auch aus den Entwicklungsländern kommen. Darauf müssen wir uns einstellen und auch für eine entwicklungsorientierte Gestaltung der Zuwanderungspolitik eintreten.

Internationale Mobilität und „Brain Circulation“ (durch wiederholte Wanderungen) bieten durchaus Entwicklungschancen. Gleichzeitig ist aber wichtig, die negativen Effekte eines „Brain Drain“ zu minieren. Das gelingt jedoch nur in enger und fairer Zusammenarbeit mit den Herkunftsländern. Ziel sollte ein dreifacher Gewinn sein: Migration sollte so ausgestaltet sein, dass sich Vorteile für Migranten selbst, für deren Herkunftsländer und für die Aufnahmeländer ergeben.

Schon heute spielen beispielsweise Geldüberweisungen von Arbeitnehmern aus Entwicklungsländern  in ihre Heimatländer eine enorme ökonomische Rolle: Die Weltbank nennt hierzu die Zahl von 401 Mrd. US-Dollar an weltweiten Geldüberweisungen im Jahr 2012. Diese Summe ist dreimal so hoch wie die internationale Staatengemeinschaft an öffentlichen Entwicklungsgeldern (ODA) aufbringt. Die Gesamtsumme der aus Deutschland jährlich getätigten Geldüberweisungen ist seit 2009 laut Weltbankschätzungen von rd. 14 Mrd. US-Dollar auf fast 17 Mrd. US-Dollar im Jahr 2012 gestiegen. Von dieser Summe erreichten ca. 5,3 Mrd. US-Dollar die Partnerländer der deutschen Entwicklungszusammenarbeit.

Dieses Beispiel zeigt, welchen Stellenwert solche Geldüberweisungen gerade in armen Ländern inzwischen erreicht haben. In diesem Zusammenhang ist wichtig und ein international auch vereinbartes Ziel, die Transferkosten im Bereich der Überweisungen zu senken. So hat die G8 das Ziel vereinbart, die Senkung der Durchschnittskosten um 5 Prozentpunkte bis 2014 zu erreichen. Inzwischen zeigt sich allerdings, dass dieses Vorhaben wohl in diesem Jahr nicht mehr erreicht werden wird.

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