Chancenkontinent Afrika

Es ist längst kein Geheimnis mehr – die Wirtschaft in vielen der insgesamt 54 afrikanischen Länder wächst weiter mit sehr hoher Dynamik. In einigen Ländern ist das Wachstum sogar zweistellig. Für Gesamtafrika liegt die Prognose für die nächsten 10 Jahre bei durchschnittlich 6 % Wachstum pro Jahr. Afrika wächst also schneller und stabiler als jeder andere Kontinent. Afrika ist damit auf dem Weg, sogar mit China zu konkurrieren. Wer weiß das schon? Hier ein Schlaglicht auf selten gelesene Fakten: in China finden jedes Jahr etwa 80.000 bis 90.000 gewalttägige Ausschreitungen statt. Die Korruption grassiert. Rund 250 Millionen Chinesen – diese entsprechen 20 % der Bevölkerung leben immer noch in absoluter Armut, also von weniger als 1,25 US / Dollar pro Tag. Dennoch denken viele Menschen bei China zuerst an Wohlstand und Wachstum und bei Afrika zuerst an Hunger, Chaos, Korruption. Diese starren Bilder gilt es der Realität anzupassen. In Afrika gibt es einen eindeutigen Megatrend und der heißt Bevölkerungsdynamik. Afrika ist jung. Die Bevölkerung dort wächst schneller als irgendwo sonst, doppelt so schnell wie in Lateinamerika oder Asien.

Schon in 10 Jahren wird jeder vierte junge Mensch auf dieser Welt ein Afrikaner / eine Afrikanerin sein. Im Jahr 2040 werden in Afrika mehr als 1 Milliarde Menschen im arbeitsfähigen Alter leben – das sind bei weitem höhere Zahlen als in China oder Indien. Dies bedeutet enorme Entwicklungspotentiale und eine Herausforderung sowohl für die staatliche Entwicklungszusammenarbeit, die Zivilgesellschaft aber vor allem für die Wirtschaft. Bildung und Ausbildung beinhalten Schlüsselqualifikationen für Entwicklungsperspektiven speziell junger Menschen.

Deutschland ist zwar mit 2,6 Mrd. US-Dollar einer der größten bilateralen Geber für Afrika. Aber Arbeitsplätze entstehen bekanntlich vor allem in der Wirtschaft. Es ist deshalb auch in unserem Interesse, einschließlich dem der Wirtschaft, dass gut ausgebildete junge Afrikaner eines Tages Zukunftsperspektiven im eigenen Land haben und nicht aus diesem flüchten müssen. Die ausländischen Direktinvestitionen in Afrika haben sich in den letzten 10 Jahren auf aktuell 46 Mrd. US-Dollar verdreifacht. Das ist überaus erfreulich; zufrieden können wir aber nicht sein, solange die öffentlichen Gelder mit 51 Milliarden Dollar deutlich darüber liegen.

Chancen gibt es genügend für die deutsche Wirtschaft, tätig zu werden; beispielsweise im Bereich der transparenten, nachhaltigen Rohstoffgewinnung und -veredelung, um nötig Wertschöpfungsketten aufzubauen, beispielsweise bei den erneuerbaren Energien und auch im Agrarsektor. Im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit (BMZ) wurde eigens eine Servicestelle eingerichtet, die Firmen bei Investitionsvorhaben in Entwicklungs- und Schwellenländern berät.

Auch für die Zivilgesellschaft gibt es jetzt eine Ansprech- und Beratungsstelle für Bürgerengagement. Details finden Sie unter Engagement Global. Viele Länder Afrikas sind auf gutem Weg. Entscheidend für eine positive Zukunft wird sein, dass das erfreulich hohe Wirtschaftswachstum für eine nachhaltige, inklusive Entwicklung genutzt wird.

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