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22.02.2010 - INDIEN – LAND DER KRASSEN GEGENSäTZE


Bittere Armut und unermesslicher Reichtum liegen dicht bei einander. Meine erste Auslandsreise im Amt als Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) führte mich nach Indien. Eine Woche lang besuchte ich gemeinsam mit dem Bundespräsidenten Horst Köhler Neu Delhi, Pune und Mumbai (Bombay). Indien ist trotz seiner beeindruckenden wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Jahre nach wie vor auch noch ein Entwicklungsland. Von den etwa 1,1 Mrd. Menschen leben etwa 450 Mio. Menschen von weniger als 1,25 US$ pro Tag – also an der absoluten Armutsgrenze. Nirgendwo auf der Welt leben so viele Milliardäre und Millionäre wie in Indien und gleichzeitig ist dies das Land mit der weltweit größten Zahl absolut armer Menschen. Die jetzige indische Regierung hat im Rahmen ihrer Politik eines breitenwirksam angelegten Wirtschaftswachstums (erwartet werden 2010 wiederum 8 % Wirtschaftswachstum) zahlreiche Initiativen zur Entwicklung der noch immer marginalisierten Regionen angestoßen und umfangreiche Investitions- und Beschäftigungsprogramme aufgelegt, z.B. in den Bereichen Ländliche Infrastruktur, Gesundheit, Grundbildung und Beschäftigung. Die deutsche Entwicklungszusammenarbeit unterstützt diese Politik durch strukturell wirksame Beiträge zur Armutsbekämpfung, etwa zur Reform des indischen Finanzsektors und der Förderung von Klein- und Mittelunternehmen oder den Aufbau von sozialen Sicherungssystemen. Schwerpunkte unserer Entwicklungszusammenarbeit sind die Bereiche: Energie: Förderung von erneuerbaren Energien, Energieeffizienz in Gebäuden und im gewerblichen Bereich, Umwelt: umweltgerechte Stadtentwicklung, städtische Abfall- /Abwasserentsorgung Wirtschafts- und Strukturreformen, Innovationsfinanzierung von Klein-Mittelunternehmen, Mikrokredite, Kooperation mit Privatwirtschaft. Indien ist derzeit neben den USA und China einer der größten Emittenten von Kohlendioxid und anderen klimaschädlichen Gasen weltweit und hat damit maßgeblichen Einfluss auf die globale Klimaentwicklung. Deutschland kann hier mit seinem Know-how im Bereich schadstoffarmer Produktion, erneuerbarer Energien und Energieeffizienz zur Verringerung des Schadstoffausstoßes beitragen. Die Bundesregierung hat 2009 insgesamt 395 Mio. Euro für die Zusammenarbeit mit Indien neu zugesagt. Davon wird der größte Teil im Rahmen der Finanziellen Zusammenarbeit (FZ) als Darlehen zu marktnahen Konditionen vergeben, die von Indien verzinst zurückgezahlt werden. Bei allen Vorhaben leistet die indische Seite grundsätzlich erhebliche Eigenbeiträge. Kurzinnformationen über das Land: Indien ist 14 x so groß wie Deutschland. 600 Mio. Menschen leben von weniger als 2 US$ pro Tag Beschäftigte: Landwirtschaft 60 %, Industrie 12 %, Dienstleistung 28 % Analphabetenquote: Männer 27 % Frauen 52 % Unterernährung: 43,5 % aller Kinder unter 5 Jahren Relilgion: 80 % Hindus, 13,4 % Moslems, 2,3 % Christen, 1,9 % Sikhs, 0,8 % Buddhisten u.w. Weitere Bilder und Impressionen von den Stationen meiner Reise finden Sie hier - Klicken Sie auf das jeweilige Bild für eine größere Ansicht: